Neurodivergente Menschen

Wir sind alle neurodivers, aber manche von uns sind neurotypisch, andere neurodivergent. Es gibt vieles, was uns verbindet, aber es gibt Unterschiede in unserer Wahrnehmung. Und genau dieser Wahrnehmungsunterschied führt dazu, dass sich viele neurodivergente Menschen in klassischen therapeutischen Richtungen, die sich ausschließlich auf die Biografie fokussieren, nicht verstanden fühlen.

Das neurodivergente Gehirn ist aufgrund seiner weiten und intensiven Wahrnehmung häufig stark beansprucht und schnell überreizt. Die Selbstregulation erfordert dabei sehr viel Energie. Zustände der Überreizung und Erschöpfung werden nicht selten fälschlicherweise als depressive Symptomatik interpretiert. In solchen Phasen benötigt das neurodivergente Gehirn jedoch keine zusätzliche Aktivierung, sondern vor allem Ruhe, Erholung und Entlastung.

Auch das Verständnis für Emotionen und soziale Kontexte wird oft anders erlebt und führt häufig zu Missverständnissen sowie zu sozialen Schwierigkeiten – besonders in Beziehungen mit Neurotypischen. Gleichzeitig ist es oft so, dass sich neurodivergente Menschen untereinander wesentlich leichter verstehen.

In meiner Praxis freue ich mich darauf, gemeinsam mit Ihnen Wege zu finden, wie neurodivergente und neurotypische Perspektiven leichter verständlich werden. Vieles wird in der Gesellschaft bereits besser, doch es braucht weiterhin mehr gegenseitiges Verständnis, damit wir einander wirklich sehen und hören können.